Geschichte der SK Bielefeld

1926 -1939

In Ostwestfalen-Lippe konnte erstmals 1926 eine schweißtechnische Ausbildung gemacht werden. Mit der Gründung der Mechanikerschule 1924-1926 wurden im Dachgeschoss der damaligen Kunstgewerbeschule in Bielefeld erste Lehrgänge im Gasschweißen durchgeführt. Die praktische Prüfung nahm ein qualifizierter Schweißer aus der Metallindustrie ab, die theoretische Schulung führte der Gewerbeoberlehrer und spätere Berufsschuldirektor in Detmold, Paul Schweißer, durch.

Um die  Zahl der Arbeitslosen zu  reduzieren und der Fahrradindustrie Fachkräfte zur Verfügung stellen zu können, wurden 1926, auf Initiative des Arbeitsamtes Bielefeld, erste Kurse im Gasschweißen angeboten.

Direktor Alexander Nagel
Direktor Alexander Nagel
Dr. Friedrich Holzapfel
Dr. Friedrich Holzapfel

1928 löste sich die bisherige Bielefelder Mechanikerschule aus dem Verband der Kunsthandwerker- und Kunstgewerbeschule und wurde als Fachschule für das Metallgewerbe selbstständig. Untergebracht war sie nun in der Heeper Straße 149, ausgerüstet mit moderner Technik. Damit keimten auch erste Gründungsverhandlungen für eine ostwestfälische Ortsgruppe im Verband für autogene Metallverarbeitung, der seinen Sitz in Hamburg hatte. Der damalige Leiter der Fachschule für das Metallgewerbe, Direktor Alexander Nagel, führte die Verhandlungen und wurde 1928 Geschäftsführer und Kassenwart der Ortsgruppe Bielefeld im VAM (Verband für autogene Metallverarbeitung), dem Vorläufer des heutigen DVS Bezirksverbandes Ostwestfalen-Lippe und dementsprechend auch der Schweißtechnischen Kursstätte Bielefeld.

Direktor Alexander Nagel leitete ab 1928 zusammen mit dem Ersten Vorsitzenden Dipl.-Ing. Karl Karst, Arbeitgeberverband der Metallindustrie, und dem Zweiten Vorsitzenden Dr. Friedrich Holzapfel, Handwerkskammer zu Bielefeld, den 22 Mitglieder starken Verband. Der Verband nahm seine Arbeit auf und bot nun im Werkstattraum der Fachschule eine schweißtechnische Ausbildungsstätte und erste Vortragsveranstaltungen an.

Fachschuldirektor Ewald Wattenberg
Fachschuldirektor Ewald Wattenberg

Im Dezember 1930 wurde der Vorstand der Ortsgruppe Bielefeld im VAM durch den damaligen Fachlehrer und späteren Fachschuldirektor Ewald Wattenberg, der zur Entlastung von Direktor Nagel die Kassenführung übernahm, erweitert. Mittlerweile verfügt die Ausbildungsstätte über 10 Arbeitsplätze für Gasschweißer. In ganz Ostwestfalen-Lippe hielt nun Ewald Wattenberg, praktisch unterstützt vom damaligen Lehrschweißer Paul Habighorst, auf den Innungsversammlungen der Schlosser und Schmiede Vorträge und Vorführungen zur richtigen Anwendung des autogenen Schweißverfahrens.

In einer Großveranstaltung am 24. Januar 1932 wurden einem Publikum von 200 Gästen die Vorteile der Nachrechtsschweißung erläutert und vorgeführt. Ein regionales Ereignis, über das auch die Bielefelder Tageszeitungen begeistert berichteten.

Mit der Auflösung des Arbeitgeberverbandes der Metallindustrie im Jahr 1933 schied Syndikus Karst aus dem Vorstand der Ortsgruppe Bielefeld im VAM aus,  Dr. Friedrich Holzapfel folgte ihm 1937. Dennoch verzeichnete der Verband steigende Besucherzahlen bei Vortragsveranstaltungen.

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde 1939 die Vortrags- und Ausbildungstätigkeit eingestellt.


1945 - 1964

Erst 1945 nahm der Verband-zunächst mit Reparaturarbeiten am Ausbildungsgebäude-seine Aktivitäten wieder auf.

Der Wiederaufbau in der Nachkriegszeit gab auch der Schweißtechnik neue Impulse.  1947 wurden die verschiedenen schweißtechnischen Aktivitäten mit der Gründung des Deutschen Verbandes für Schweißtechnik e.V. in einem gemeinnützigen, technisch-wissenschaftlichen Verein zusammengefasst.

Im Mai 1948 starb der Erste Vorsitzende und Mitbegründer der Bielefelder Ortsgruppe, Alexander Nagel, überraschend auf einer Studienreise durch die Schweiz. Zu seinem Nachfolger wurde Oberingenieur Franz Wahl gewählt, der bis 1956 das Amt behielt und unter dessen Vorsitz die erste Außenstelle der Kursstätte im Salvator Kolleg in Hövelhof-Klausheide gegründet wurde.

Die Geschäftsführung des Verbandes wurde 1948 von Dr. Meyer-Landrut übernommen, kaufmännischer Leiter der Linde-Gesellschaft in Bielefeld. Die Leitung der Kursstätten übernahm der nun als Leiter der Fachschule  tätige Direktor Ewald Wattenberg. Zum erweiterten Vorstand gehörten auch Oberingenieur Dipl.-Ing. Kunze, Siemens-Schuckert-Werke, Oberingenieur Wilhelm Schmidt, Benteler Werke, Dipl.-Ing. Walter Demandt, TÜV Bielefeld und Mitglied des Prüfungsausschusses, sowie als Vertreter des Handwerks Schlossermeister Waldecker. Mit Beginn der fünfziger Jahre nahm die Ausbildungs- und Vortragstätigkeit rasant zu. Das Fachschulgebäude an der Heeper Straße reichte nicht mehr aus. So wurden im Oktober 1957 im Werkstattgebäude der Fachschule an der Bleichstraße – dem heutigen Sitz des DVS Bezirksverbandes Ostwestfalen Lippe und der Schweißkursstätte Bielefeld – neue Werkstatträume bezogen.

"Schweißlehrzug des Handwerks"
"Schweißlehrzug des Handwerks"

Von der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nord-rhein-westfälischen Handwerkes e.V. in Düsseldorf wurden zwei Waggons der Bundesbahn mit Schweißgeräten ausgestattet, die als „Schweißlehrzug des Handwerks“ in verschiedene Städten, auch in Ostwestfalen-Lippe, zusätzlich für die Aus- und Fortbildung  im Schweißen genutzt wurden.

Mit der Einstellung eines hauptberuflichen Lehrschweißers wurde das Kursangebot um Tages- und Abendlehrgänge im Autogen- und Lichtbogenschweißen erweitert. Das Angebot umfasste nun auch die DVS-Richtlinienausbildung sowie die Ausbildung und Prüfung von Stahlbau- und Rohrleitungsschweißern. Erste Lehrgänge zur Ausbildung von Schweißfachmännern wurden etabliert. Heinz Klemme übernahm 1958 das Amt des hauptberuflichen Lehrschweißers.


1965 - heute

Oberstudiendirektor Klaus Corsing
Oberstudiendirektor Klaus Corsing

1965 übergab Fachschuldirektor Ewald Wattenberg das Amt des Schulleiters an den Studiendirektor Klaus Corsing. Ein Jahr später übernahm Corsing auch die Leitung der DVS-Kursstätten.

Nach der Zusammenlegung der Fachschule mit der Jungenberufsschule zu den Beruflichen Schulen für Metall- und Elektroberufe Bielefeld (Carl-Severing-Schulen), 1974, wurden die Schweißtechnischen Kursstätten des DVS erweitert und damit neue Ausbildungsplätze geschaffen.

Bis Mitte 1997 war Oberstudiendirektor Klaus Corsing Leiter der DVS-Kursstätten, er übergab seine Tätigkeit an Dipl.-Ing. Friedrich-Wilhelm Gehring. Im Jahr 2003 wurde die DVS-Kursstätte Bielefeld Niederlassung der GSI mbH.
Seit Mitte 2013 ist Dr.-Ing. Rainer Mittelstädt, welcher auch die GSI SLV Hannover leitet, Niederlassungsleiter und Waldemar Groeger Kursstättenleiter der Schweißtechnischen Kursstätte Bielefeld, NL der GSI mbH.